Schreibprobleme – Schreibkrampf

Der Schreibkrampf

Der Schreibkrampf wird als eine fokale Dystonie beschrieben und als neurologische Störung eingestuft.  Er wird zu den tätigkeitsspezifischen Dystonien gezählt, da die Symptomatik an eine bestimmte Bewegungsaufgabe gebunden ist. Generell werden der einfache, der komplexe (dystone) Schreibkrampf sowie der Schreibkrampf mit Tremor unterschieden. Beim einfachen Schreibkrampf treten die Probleme nur beim Schreiben auf. Beim dystonen Schreibkrampf sind auch andere Tätigkeiten wie z.B. die Benützung des Essbestecks, das Trinken aus einem Glas, das Schreiben auf der Tastatur etc. betroffen. Weitere Beispiele für tätigkeitsspezifische Dystonien sind der Musikerkrampf oder der Golfkrampf.

Dystonien werden durch die Ausführung einer willkürlichen Bewegung (wie dem Schreiben) initiiert und sind durch anhaltende oder intermittierende Muskelkontraktionen gekennzeichnet, wodurch unnatürliche und repetitive Bewegungen, Haltungen oder beides verursacht werden können. Die dystonen Bewegungen unterliegen meist einem Muster. Sie führen zu z.T. schmerzhaften Verkrampfungen und Fehlhaltungen und sind oft durch ein Zittern begleitet.

Ursachen

Die Ursache für die Entstehung eines Schreibkrampfes ist immer noch nicht ganz geklärt. Genetische Veranlagung, tätigkeitsspezifische Triggerfaktoren (z.B. Überbelastung, Stress), Störungen der Bewegungssteuerung im zentralen Nervensystem sowie Dysfunktionen im motorischen und somatosensorischen Kortex werden aktuell als Ursache diskutiert.

Unsere Arbeitsgruppe geht davon aus, dass zumindest ein Teil des Schreibkrampfs durch Kompensationsversuche entsteht. Viele Menschen benützen oft schon seit ihrer Kindheit ungünstige Techniken und Haltungen beim Schreiben, ohne tatsächliche Schreibprobleme zu entwickeln. Kommt zu diesen Faktoren allerdings eine Phase großer und länger andauernder Überlastung (physisch und/oder psychisch), kann das dazu führen, dass sich – zum Beispiel durch schmerzbedingte Schonhaltungen – der längst automatisierte Schreibvorgang verändert und manche Bewegungen nicht mehr richtig funktionieren.

Lenkt der Schreiber dann auch noch Aufmerksamkeit auf diese Situation, verändert sich sein Verhalten und er „erwartet“ nun bereits, dass eine bestimmte Bewegung nicht mehr so gut geht. Erfüllt sich seine Erwartung, dann wirkt das wie ein negatives feedback und verstärkt das Verhalten weiter. Dabei werden dann auch Strategien eingesetzt, die zusätzlich negativ wirken. Die Bewegungen werden verlangsamt, die Anstrengung (Druck auf die Unterlage, Griffkraft auf den Stift) wird z. T. massiv erhöht und Gelenke werden stabilisiert, um den Vorgang besser kontrollieren zu können. Diese Strategien sind hilfreich, um z.B. eine neue Fertigkeit zu erlernen. Da der Schreibprozess beim Erwachsenen aber längst automatisiert ist, stören diese Verhaltensweisen den Ablauf und verhindern den Abruf der vorhandenen motorischen Leistungen.

Zu diesen Problematiken kommen noch weitere Faktoren wie Stress (z.B. Schreiben unter Beobachtung anderer Leute) sowie andere Begleitsymptome (z.B. Verspannungen im Bereich Halswirbelsäule, obere Extremität, Kiefergelenk).

Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnostik und Therapie des Schreibkrampfes sollten von spezialisierten Neurologen und

Neben der symptomatischen Behandlung mittels lokaler Injektion von Botulinumtoxin der betroffenen Muskelgruppen, hat der Stellenwert der physio- und ergotherapeutischen Maßnahmen in der Behandlung von Dystonien deutlich zugenommen. …WEITERLESEN LINK SCHREIBTRAINING