HandSchriftERFOLG – 5. Effizient Schreiben

Die Schrift ändern, effizient und zeitsparend schreiben

Verbundene Ausgangsschriften sind insbesondere für Kinder mit schreibmotorischen Problemen nicht der Königsweg zur Entwicklung einer individuellen Handschrift. Die SchreibMotorikForschung und die Datenerhebung misslungener Schülerschriften mit CS-Win zeigen, wie Kinder krampfhaft, mit großer Anstrengung und Zeitverlust versuchen, Buchstaben zu verbinden und wie automatisierte Schreibprozesse verzögert werden (siehe Verbundene SchreibSchriften hemmen das SchreibenLernen). Die Grundlagenforschung zeigt aber auch, wie durch ökonomische Spurbewegungen und druckschriftnahe Großbuchstaben (KursivDruckschrift) Zeit  gespart werden kann.

Die folgenden Beispiele zeigen exemplarische Schreibanalysen mit CS-Win.
Phillip (5. Klasse, rot) schreibt automatisiert mit 4,31 Hz sehr schnell, Dominik (4. Klasse, gelb) nur halb so schnell. Ihre Aufmerksamkeit ist auf das Verbinden der Buchstaben gerichtet, was ihnen nicht gelingt. Sie haben nicht gelernt, das Schreiben sinnvoll zu unterbrechen und damit ihre Schrift lesbar und effizient zu gestalten. Im Vergleich zu „Zirkus“, das in einem Zug geschrieben wurde, nimmt der Druck aber nicht linear zu.

Der Übergang zum nächsten Buchstaben erfolgt mit unnötig langen und teilweise doppelten Strichen. Das Schriftbild wird unruhig, der Bewegungsablauf zittrig. Schnelles, geläufiges Schreiben stockt.

Dominik sucht die Verbindungsstellen, weil der methodische Ablauf in der Vereinfachten Ausgangsschrift die Bewegungsverbindung so vorsieht, erreicht sie aber nicht und täuscht sie nur vor. Ein echter bewegungsökonomischer Ablauf wird so verhindert.

Die ansteigende Kurve zeigt den stetigen Anstieg des Schreibdrucks, wie er für verbundene Schriften typisch ist. Die beiden freistehenden Spitzen zeigen den Druckabfall für den „i-Punkt“ und den Querstrich bei „Z“. Unverbundenes Schreiben reduziert den Schreibdruck und entlastet die Schreibhand.

Dreimal schreibt Simon hintereinander„Salto“, und versucht jedesmal schneller zu schreiben, zuletzt in ungeübter Druckschrift. Die Spurverläufe der Anfangsbuchstaben und der Deckstriche verformen sich. Anfällig sind insbesondere alle Großbuchstaben mit unnötigen Wellenlinien und Schlaufen (D-H-K-L-S) oder aber die Deckstriche in Kleinbuchstaben mit Linksoval (a-b-c-d-g-o).

Fazit:

Verbundene Schulschriften sind instabil, wenn Buchstaben und Wortverbindungen beschleunigt werden und schnelles Schreiben gefordert wird. Fatal ist, dass viele Kinder beginnen, ihre Handschrift zu verändern, indem sie merkwürdige Bewegungsabläufe für Buchstaben und Wortverbindungen automatisieren. Phillip verfügt nach der Datenanalyse über optimale schreibmotorische Grundvoraussetzungen, die es ihm zwar ermöglichen, die Vereinfachte Ausgangsschrift nahe am Geschwindigkeitsmaximum zu schreiben, dabei bleibt das Schriftbild aber doch schlecht lesbar.

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