SchreibmotorikPRAXIS – SchreibLernKonzept DRAFT

Ein neues Schreiblernkonzept

Das SchreibLernKonzept nach Marquardt/Söhl 2022

Die Handlungsfelder des SchreibLernKonzepts

Die farblich gefächerten Lernfelder des SchriftSprachErwerbs beginnen zentral mit den VORERFAHRUNGEN der Kinder zum Kontakt mit Schrift in Elternhaus, Kindergarten und Vorschule. (vgl. Erfahrungen mit Schrift). Erste Spurbewegungen in Kritzelbriefen, Zeichnungen, der eigene Name, Buchstaben aus dem Umfeld und vielfältige Erfahrungen mit Schreibgeräten, von Stift-, und Sitzhaltungen sind wichtige Ereignisse auf dem Weg ins Schreiben hinein.
Mit dem Schuleintritt lernen die Kinder eine normierte DRUCKSCHRIFT, aber keine kursiven Buchstaben. (vgl. Von Anfang an richtig – SchreibKompetenzen fördern) Zahlreiche Bewegungswiederholungen – u.a. mit Übungen, die das automatisierte Schreibenlernen erschweren, für Kinder mit Schreibschwierigkeiten sogar verhindern -, kennzeichnen diese traditionellen Lernansätze. (vgl. Schreibbewegungen – besser automatisiert als kontrolliert).
Je nach Bundesland und Vorgaben der Lehrpläne unterschiedlich erfolgt dann das VERBUNDENE SCHREIBEN mit einer der drei Schulausgangsschriften (Lateinische A., Vereinfachte A., Schulausgangsschrift.) oder aber von Beginn an mit dem Konzept der „Grundschrift” und ohne Umweg (vgl. Verbundene Schreibschriften hemmen das Schreibenlernen). In dieser weiterführenden Phase konsolidiert und individualisiert sich die Schrift und automatisieren sich die schreibmotorischen Prozesse.
Aber auch SCHREIBPROBLEME nehmen nicht zuletzt aufgrund der formdominierten Lernmethoden zu, ein Neustart des Schreibens ist oftmals unumgänglich.

Für jede automatisierte Spurbewegung mit dem Stift ist das motorisch-effiziente Zusammenspiel der kinematischen Parameter verantwortlich. Das SchreibLernen erfolgt verankert in motorisch ausgerichteten Trainingskonzepten mit gezielter Förderung und dem Transfer auf gelingende Schreibprozesse – auch bei Kindern mit Schreibproblemen.

Wie Teilaspekte der Kinematik trainiert werden, zeigen wir in einem Trainingskonzept mit zwei Modulen: 1. Vorbereitung für das SchreibenLernen in der Vorschule und  2. Praxisbuch für die 1./2. Jgst., wissenschaftlich erprobt durch die Universität des Saarlandes.

Die Leitlinien unserers SchreibLernKonzepts stehen für alle Trainingsformate und schreibmotorischen LernKonzepte.

Variation der Bewegungsausführung
vielfältige Bewegungserlebnisse von Spurbewegungen mit der Hand in individuellen Trainingsformaten; mit schreibaktiven Lernumgebungen das Bewegungsspektrum erweitern; rhythmisierte Bewegungsabläufe anregen, Proportionen von Formen und Buchstaben skalieren;

Viefältige Bewegungserfahrungen
mit individuellen Lösungsansätzen, damit selbstorganisiertes motorisches Lernen und inneres Feedback möglich werden; Transfer auf die Entwicklung der Schreibkompetenz;

Der Fehler als Lernchance
als Ausgangspunkt für die schreibmotorische Entwicklung; förderdiagnostische Beobachtungen; schreiboptimierte Bewegungsabläufe beachten; Toleranzbereiche bei Startpunkten von Buchstaben und Teilverbindungen;

Die Kinematik der Spurbewegungen
Bewegungsverläufe vorausplanen/antizipieren; Skalierungsveränderungen von Größe, Form und Druck; Variation der kinematischen Bewegungsparameter Beschleunigung, Tempo und Rhythmus; automatisieren von Bewegungsabläufen;

Schreibeffizienz
Buchstaben und sinnvolle Teilverbindungen schnell und leserlich spuren; die eigene Schreibkompetenz reflektieren; automatisiertes Schreiben fördern, behindernde Schreibhürden erkennen;

Stiftführung, Sitz- und Körperhaltung
als grundlegende Ausgangsparameter; Basismotorik und Grundbewegungen aus Handgelenk, Finger und deren Koordination; Blattlage für Links- und Rechtshänder; Ergonomie des Schreibens und der Schreibgeräte;

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