SchreibGRUNDLAGEN – Automatisierte Bewegungen

Grundlagen Schreibmotorik

Nicht automatisierte Bewegungen

Im Gegensatz zu den schnellen, und im Detail nicht mehr kontrollierbaren, schnellen Schreibbewegungen stehen langsame und genauigkeitsorientierte Zeichenbewegungen. Solche Nachführbewegungen sind durch einen ständigen visuellen Abgleich zwischen Soll- und Istwert gekennzeichnet. Im folgenden Beispiel soll ein Schreiber zunächst mit normaler Schrift die Buchstaben „a“ schreiben und dann genau nachzeichnen. Die Schriftform schaut in beiden Fällen sehr ähnlich aus. Für das automatisierte Schreiben ergeben sich die gewohnten glatten und regelmäßigen Geschwindigkeitskurven (A). Hingegen kann man beim Nachzeichnen im zugehörigen Geschwindigkeitsprofil die vielen unregelmäßigen Beschleunigungs- und Bremsvorgänge erkennen (B). Für das Nachzeichnen wird etwa sieben Mal soviel Zeit benötigt.

Unterschiedliche Bewegungen beim Schreiben und beim Nachzeichnen der gleichen Buchstaben.

Unregelmäßigkeiten und oftmaliges Bremsen und Beschleunigen sind typisch für alle nicht-automatisierten Bewegungen. Bei diesen Bewegungen wird die Muskulatur mehrmals pro Bewegungsabschnitt aktiviert. Im Vergleich zum normalen Schreiben wird beim Nachzeichnen die mehrfache Zeit benötigt. Nicht-automatisierte Bewegungen sind typisch für ungelernte Bewegungen oder für Bewegungen unter extrem hohen Genauigkeitsanforderungen. Nicht-automatisierte Bewegungen unterliegen damit völlig anderen Kontrollmechanismen wie automatisierte Bewegungen. Deshalb lernen Kinder durch das Üben von langsamen Zeichenbewegungen nicht zwangsläufig die Bewegungsdynamik von schnellem Schreiben.

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